Menu

Dr. med. Ute Schwarze-Reck | Augenärztin | Augenarzt | Berlin Lankwitz | Logo: Auge

Dr. med. Ute Schwarze-Reck | Augenärztin | Augenarzt | Berlin Lankwitz | Foto: Sonnenaufgang am Meer | Schweden

Ihre Augen liegen uns am Herzen.

Sehschule ist ein historisch bedingter, heute nicht mehr zutreffender Begriff, der deshalb auch besser durch das Wort Orthoptik ersetzt wird. Eine eigens dafür ausgebildete Orthoptistin untersucht sowohl Kinder als auch Erwachsene auf Fehlstellungen der Augachsen und Bewegungseinschränkungen der Augen (= Schielen).

In der Sehschulsprechstunde untersuchen wir, ob ein Schielen vorliegt und unterscheiden dann zwischen dem Begleit- und dem Lähmungsschielen.

Beim Begleitschielen besteht ein gleichbleibender Schielwinkel bei den Augenbewegungen. Dieser Schielwinkel kann kosmetisch so gering sein, dass er nicht bemerkt wird. Wir können durch genaues Vermessen auch einen bisher unentdeckten Mikrostrabismus diagnostizieren.

Ein Begleitschielen ist keinesfalls ein Schönheitsfehler sondern gefährlich. Um ein ständiges Doppeltsehen zu vermeiden, ist das kindliche Gehirn in der Lage, den Seheindruck eines Auges zu unterdrücken. Dieses Auge entwickelt sich dann nicht regelrecht, vielmehr verliert es sogar das bereits erworbene Sehvermögen, es wird sehschwach oder amblyop.

Dies geht völlig unbemerkt vonstatten und lässt sich mit zunehmendem Alter immer schlechter beeinflussen. Spätestens ab dem 18. Lebensjahr ist diese Sehschwäche besiegelt und kann für das spätere Leben von entscheidendem Nachteil sein, sei es durch eingeschränktes räumliches Sehvermögen für die Berufswahl, sei es bei Verletzungen des gesunden Auges.

Wir können bei rechtzeitiger Vorstellung in unserer Sehschulsprechstunde frühzeitig ein Schielen und eine Amblyopie entdecken. Wir empfehlen – gemäß der Leitlinien unserer Berufsverbände – eine orthoptische Untersuchung beim geringsten Verdacht sofort, bei Vorliegen von Risikofaktoren (Schielen in der Familie bekannt, Sauerstoffmangel bei der Geburt etc.) zwischen dem 6. und 12. Lebensmonat und bei unauffälligen Kindern im Alter von 2 ½ und 3 ½ Jahren. Um unseren kleinen Patienten gerecht zu werden, haben wir in einer separaten Etage ein extra Vorwartebereich und einen extra Untersuchungsraum für die Orthoptistin eingerichtet. Die Untersuchungen sind dem Alter der Kinder angepasst und völlig schmerzfrei.

Wird die Amblyopie rechtzeitig entdeckt, so kann sie gut behandelt werden. Zunächst einmal wird die genaue Fehlsichtigkeit festgestellt, das Auge intensiv von mir auf organische Veränderungen / andere Erkrankungen untersucht (Kinderaugenheilkunde). In der Regel wird anschließend die passende Brille verordnet.

Je nach Verlauf der Sehschärfenentwicklung ist es dann häufig notwendig, für einen gewissen Zeitraum das schlecht sehende Auge zu trainieren, indem das führende, gute Auge abgedeckt wird (meist mit Pflaster, gelegentlich mit einer Folie auf dem Brillenglas). Während dieser Okklusionstherapie arbeitet unsere Orthoptistin eng mit Ihnen zusammen, überprüft die Fortschritte, verändert den Rhythmus des Abklebens und berät Sie in allen Fragen. Nur so kann der größt- und schnellstmögliche Erfolg erzielt werden.

Beim Lähmungsschielen liegt eine Schwäche einer oder mehrerer Augenmuskeln vor.

Unsere Orthoptistin misst die einzelnen Winkel aus und findet dadurch heraus, welche Augenmuskeln oder Hirnnerven betroffen sind. Hier leiden die Patienten meist unter Doppelbildern (Diplopie). Das Lähmungsschielen kann in jedem Alter auftreten.

Da bei vielen neurologischen Erkrankungen eine Augenmuskellähmung das erste Symptom ist, ist es so wichtig, jedes Lähmungsschielen sofort zu diagnostizieren und die richtigen Weichen zu stellen.

Die anschließende neuroophthalmologische Untersuchung in unserer Praxis ermöglicht dann weitere Rückschlüsse auf die zugrundeliegende Erkrankung. Je nachdem, ob der Verdacht auf einen Schlaganfall (Apoplex, Hirninsult), einen Hirntumor, eine neurologische Grunderkrankung wie z.B. die MS = Encephalitis disseminata oder die Myasthenia gravis oder auf eine internistische Erkrankung wie eine Schilddrüsenerkrankung (endokrine Orbitopathie), ein Diabetes mellitus vorliegt, wird das weitere (häufig dringend erforderliche) Vorgehen entschieden.

Das kann die sofortige Vorstellung als Notfall in einer Klinik, eine möglichst rasche MRT-Untersuchung des Kopfes oder die Vorstellung beim Neurologen und Internisten sein.

Entscheidend ist die rechtzeitige Diagnose!